Wo sind eigentlich die Väter?

[Update am Schluss!]
Über Vereinbarkeit haben wir die letzten Wochen gesprochen, gestritten und bemerkenswert viel Einigkeit darüber gehabt, wie schwierig sie zu bewerkstelligen  ist, und eine Sache ist mir dabei besonders aufgefallen: fast immer war von den Müttern die Rede, bzw. zu fast allen Beiträgen gab es mehr weibliche als männliche Kommentatoren. Als ob Vereinbarkeit tatsächlich nur ein rein weibliches Thema wäre. Dabei haben Väter doch ebenfalls Kinder – und eine Arbeit. Warum also kommt ein Kind zur Welt und macht offenbar ZWEI Menschen zu Eltern, aber nur eine der beiden hat mit all den Themen zu tun, die ein kleiner Mensch mit sich bringt? Das kann schon aus rein logischen Gründen nicht sein.

Gilt die Vereinbarkeitsfrage für Väter nicht?
Und wenn nein, aus welchen Gründen denn nicht?
Sind „Mutter“ und „Vater“ tatsächlich zwei so verschiedene Dinge – und warum ist das so?
Ändert sich das über die zeitliche Strecke der Elternschaft, gleicht sich das irgendwann (wieder) aus?
Reden wir eventuell alle aneinander vorbei?

Solche Dinge treiben mich um, und die einfachste Sache sich einem Gesamtbild anzunähern wird sein, einfach nachzufragen. Bei den männlichen Lesern. Natürlich dürfen auch Mütter ihre Sicht beschreiben! – aber mich interessieren ganz besonders die Erfahrungen, die Männer machen.

(1) Steigen Väter tatsächlich nicht mit ins Eltern-Boot?
(2) Lassen Mütter Väter nicht mit einsteigen?
(3) Ist es die Erwerbsarbeit, die Vätern schwer bis unmöglich macht, Vater zu sein?
(4) Wie sehen Väter sich selbst in ihrer Rolle als Vater?
(5) Wo sehen Väter ihren Beitrag zur Familie?
(6) Wo sehen sie ihre Beziehung zum Kind?
(7) Wie stellen sich Männer Familie vor, wenn sie a) noch keine haben, b) eine haben, und c) ihre eigene sich anders wünschen?
(8) Was tragen Väter dazu bei, dass sich ihre Vorstellungen erfüllen?
(9) Wie stark empfinden Väter Gestaltungsmöglichkeiten in ihrem (Vater-)Leben – und was trägt positiv dazu bei?

und zuletzt:
(10) Würde die Mutter der Kinder ähnliche Antworten geben?

Ich freue mich auf Eure Kommentare, wer antworten mag ohne hier zu kommentieren, schreibt mir einfach eine Mail an blogmail ät denkding.de – ich würde gern aus den Antworten einen weiteren Beitrag machen, und bin selber sehr gespannt auf das, was sich entwickeln wird.

[Update: HIER sind die Väter!

Hier sind die Väter (1) – Christian

Hier sind die Väter (2) – Rainer

Hier sind die Väter (3) – Claus

 

31 Gedanken zu “Wo sind eigentlich die Väter?

  1. Christine Finke

    Ich glaube, die meisten Väter halten sich fein raus, weil mit Familienarbeit kein Blumentopf zu gewinnen ist. Weder finanzielle noch gesellschaftliche Anerkennung. Da ist es im Büro viel schöner. Und Lippenbekenntnisse sind schnell gemacht – frei nach „Ich würde ja gern, aber mein Chef lässt mich nicht….“ oder „Meine Frau und ich haben gemeinsam entschieden, dass es so am besten für uns ist.“

    1. Chris

      …und ich glaube du solltest dringend mal mehr mit Väter als über die sprechen. Das ist ganz großer Quark was du da schreibst 😉

  2. Klaus

    Die Behauptung für „die Väter“ gelte nicht die Vereinbarkeitsfrage, ist mir zu undifferenziert. Es gibt solche und solche. Ich bin Vater von drei Kinder und habe meine Arbeit und mein Leben darauf eingestellt.
    (1) Steigen Väter tatsächlich nicht mit ins Eltern-Boot?
    Es gibt viele Väter die vollständig darauf einsteigen. Vielleicht steigen einige Väter nicht darauf ein, weil sie Angst haben, dass die Beziehung zu seiner Frau / Freundin verändert. Der Mann wird dann nur noch auf die Vaterrolle reduziert. Einige Beziehungen sind schon daran gescheitert. (Natürlich gilt dies auch für Frau, die dann nur noch auf die „Mutterrolle“ reduziert werden).

    (2) Lassen Mütter Väter nicht mit einsteigen?
    Auch dies gibt es. Obwohl beide – Vater und Mutter – die Rolle erlernen müssen, geht man bei Müttern davon aus, dass sie dies „besser“ können. Noch werden z.B. in Familienverfahren in 75 % der streitigen Sorgerechtsfällen den Mütter das Sorgerecht zugesprochen.

    (3) Ist es die Erwerbsarbeit, die Vätern schwer bis unmöglich macht, Vater zu sein?
    Ja und Nein. Die gesetzlichen Möglichkeiten sind sicherlich besser als vor 20 Jahren (Elternzeit, Teilzeit), doch Väter werden häufig noch von den Kollegen und Kolleginnen seltsam angeschaut, wenn sie dies wegen der Familie / der Kinder in Anspruch nehmen.

    (4) Wie sehen Väter sich selbst in ihrer Rolle als Vater?
    Vater werden ist nicht schwer, doch Vater sein umso mehr.
    Väter sollen da sein, die Familie versorgen, anziehend sein, lustig sein, immer gute Laune haben, Sport treiben, sexy sein, Handwerker sein, sich um alles kümmern, Kinder zur Schule bringen/ abholen, etc.
    Daneben sollen Väter das „Geld nachhause bringen“ und trotzdem immer Zeit haben.
    Doch: auch dies gilt für Mütter.

    (5) Wo sehen Väter ihren Beitrag zur Familie?
    Da sein, wenn man ihn braucht oder auch wenn man nicht zwingend ihn braucht. Väter haben einen anderen – nicht zwingend besseren – Blickwinkel auf die Familie, Kinder etc.

    (6) Wo sehen sie ihre Beziehung zum Kind?
    Als Begleiter durch die ersten Jahre des Lebens: als Unterstützer in schwierigen und unsicheren Zeiten.

    (7) Wie stellen sich Männer Familie vor, wenn sie a) noch keine haben, b) eine haben, und c) ihre eigene sich anders wünschen?
    Partnerschaft, und Unterstützer für alle Familienmitglieder

    (8) Was tragen Väter dazu bei, dass sich ihre Vorstellungen erfüllen?
    Hin und wieder muss sich jeder mal zurücknehmen.

    (9) Wie stark empfinden Väter Gestaltungsmöglichkeiten in ihrem (Vater-) Leben – und was trägt positiv dazu bei? Hilfe gibt es für Väter und Mütter von Freunden, Bekannten, Verwandten und Schule / Kita.

  3. Till Westermayer

    Empirisch muss ich Christine Fink recht geben (Zeitbudgetstudien zeigen beispielsweise, dass die berufliche Arbeitszeit von Vätern eher zunimmt …). Individuell habe ich für mich entschieden, Vereinbarkeit stärker als berufliche Karriere zu gewichten, d.h.: ich bestehe auf Teilzeit (aktuell 80%), ich bin örtlich unflexibel, usw. – und kann mich so zu etwa 50% der Zeit um meine Kinder kümmern. Das war vor dem ersten Kind mit meiner damaligen Partnerin so abgesprochen, und das machen wir immer noch so, obwohl wir inzwischen nicht mehr zusammen sind. Ist stressig, klappt aber soweit ganz gut. Bis auf den Umstand, dass ich z.T. dieselben Probleme habe, die berufstätige Frauen haben – und gleichzeitig, als die Kinder noch kleiner waren, auf Spielplätzen, bei Arztbesuchen etc. manchmal seltsam angeschaut wurde.

    In meinem Blog habe ich hier: http://blog.till-westermayer.de/index.php/2014/02/01/kurz-vereinbarkeit-heisst-verzicht-auf-perfektion/ und hier: http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/11/06/interessante-zeiten-oder-die-trennung/ und hier: http://blog.till-westermayer.de/index.php/2008/03/20/sind-die-grunen-reif-fur-manner-die-frauenthemen-ernst-nehmen/ in unterschiedlichen Formaten darüber geschrieben.

  4. alasKAgirl

    Bei uns ist mein Mann Vollzeit zu Hause und ich arbeite Vollzeit. Weil ich schon vorher Hauptverdienerin war. Er schickt/bringt die Kinder morgens, holt ab, kauft ein, kocht, etc. Ich mache die Fahrdienste zum Sport oder Spielplatzrunden am späten Nachmittag, wenn ich von der Arbeit zurück bin.
    Er sagt, er versteht die Väter nicht, die um 19:30 von ihrer ach so wichtigen Arbeit nach Hause kommen. Ich verstehe die auch nicht.

  5. Jan

    Ich bin Vater eines Sohnes(8) und seit über 10 Jahren mit meiner Frau verheiratet (nur mal so für die Randbedingungen).

    In meinem Bekannten und Freundeskreis gibt es grundsätzlich zwei arten von Vätern. Die Kümmerer und die Egoisten. Um es mit deinen Worten zu sagen, die die Einsteigen ins Boot und die die draussen bleiben.

    Die Einsteigenden haben ein gutes bis sehr gutes Verhältnis zu ihren Kindern, die anderen vielleicht noch über ein gemeinsames Hobby, bringen aber meist nur das Geld nach Hause und kümmern sich um ihren eigenen Kram. Ist aber auch oft in den Beziehungen so gewollt.
    Das sind oft die Beziehungen wo die Frauen es gar nicht zulassen das ihre Männer was machen – immer mit dem Satz auf den Lippen „das kann der eh nicht“ oder „wenn er das macht endet es im chaos“.
    Bei mir selbst sehe ich, das es nur durch meinen Arbeitsplatz möglich ist in dem Umfang für die Familie zu sorgen. Aber es bedeutet auch konsequentes ‚Nein‘ sagen auf der Arbeit und alternativen anbieten. Wenn das Meeting auf ungünstige Zeiten gelegt wird darauf hinzuweisen und auch seinen dienstlichen Kalender zumindest mit „Privat“ blöcken zu blockieren wenn ein familiärer Termin ansteht.
    Die Herausforderung ist klar, es muss viel geplant und strukturiert sein. Sich nochmal hinlegen wenn das Kind raus ist, weil man mit den Kumpels bis 1 Uhr nachts einen trinken war ist nicht drin – wenn man Abends pünktlich Feierabend machen will um mit der Familie noch was zu unternehmen. Oder man muss sich dann nochmal hinsetzen wenn das Kind im Bett ist und die Frau vielleicht gerade eh im Schichtdienst in die Nacht verschwindet.
    Es braucht also die Flexibilität die von Angestellten verlangt wird auch auf der Gegenseite. Dann geht vieles. Aber nicht jeder Job lässt das zu, dann muss man andere mittel und Wege finden sich zu arrangieren – aber hier müssen beide Partner dazu bereit sein. Aber auch das Umfeld, die Arbeitsstellen müssen mitspielen.
    Meinen letzten Job habe ich primär danach gewählt, wo ich arbeite (kurze Wege) und wie flexibel der Arbeitsalltag ist. Das Einkommen muss natürlich auch stimmen, aber es war mir wichtiger das es drum herum stimmt.

    Ich selbst bin in einer Luxus Situation, das ist mir bewusst – aber um mich herum schaffen es auch viele die „geregelte“ Zeiten haben. Das Zauberwort ist Organisation und Strukturierung.

    Mir persönlich fällt bei solchen Diskussionen meist auf, Väter haben entweder keine Zeit oder auch keine Lust sich da drüber auszutauschen – das kommunikationsverhalten ist anders. Deswegen wohl auch eher nur weibliche Stimmen in deiner Filterblase

  6. Pferderosshaar

    Ich versuche mal einige Fragen zu beantworten – persönliche Situation: Vollzeit erwerbstätig mit vier Kinden von 2 bis 13. Ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen, bei anderen Vätern kann es anders aussehen.

    (1) Bei unserer ersten Tochter bin ich relativ intensiv mit ins Elternboot gestiegen, auch wenn die Erwerbstätigkeit aus persönlichen Gründen zuerst komplett bei mir lag. Bedingt durch mehr Flexibilität als Freelancer und Student konnte ich mich auch ganz gut einbringen. Je weiter ich beruflich vorangekommen bin, um so schwieriger wurde dies allerdings – (3) aktuell, in einer Führungsposition bin ich permanent hin- und hergerissen zwischen Anforderungen im Job und zuhause, weil praktisch immer für alles zu wenig Zeit ist. Da ich die materielle Hauptverantwortung für die Familie trage und Jobs wie meiner auch nicht auf der Straße liegen, bin ich darauf angewiesen, überdurchschnittlich engagiert und erfolgreich zu sein. Das ist jetzt fast schon ein wenig (4/5). Ich empfinde mich in der Zeit, in der ich zuhause bin, als genauso verantwortlich für Kinder und Haushalt wie meine Frau, allerdings gibt es Bereich um die ich mich mehr kümmere (Abendessen für den Kleinen machen oder ihn bettfertig machen, Küche aufräumen, Spülmaschine ausräumen etc.) und solche, bei denen ich nur sehr selten im Einsatz bin (Wäsche machen, bügeln, spezielle Reinigungsarbeiten). Viele emotionale Themen liegen fast ausschließlich bei Ihr, da wir typischerweise erst gegen 20.30 oder 21.00 Uhr mit dem Tag fertig sind und sie sich natürlich nachmittags mit den Kindern unterhält. Insgesamt finde ich es erschreckend, wie weit die Lebenswelten in dieser Arbeitsteilung auseinandergehen. (6) Die Beziehung zu den Kindern ist natürlich deutlich weniger intensiv als die meiner Frau. Das finde ich schade und finde eine modernere Arbeitsteilung an sich erstrebenswert, auch wenn dies vermutlich meine Karriere beeinträchtigt hätte. Ich halte es aber für schaffbar, mit zwei 75 Prozent Stellen trotz Karriereeinbußen genauso viel zu verdienen wie ich es jetzt allein tue, wenn beide Partner entsprechend qualifiziert sind. Allerdings ist es – das haben wir selbst gemerkt – sehr stressig wenn mit mehr als zwei Kindern beide Partner außer Haus arbeiten … (8) Meine Frau macht eine zusätzliche Ausbildung und wenn sie in ihrem neuen Job erstmal Geld verdient stelle ich mir vor, dass ich meine Stunden reduziere. Ob das wirklich passiert oder ob das nur eine romantische Vorstellung ist, muss sich noch zeigen. Heute versuche ich mir Zeit für die Familie zu nehmen, wenn ich zuhause bin (wenn man 13 Jahre Eltern ist ist das teilweise auch ein Konflikt mit den eigenen Bedürfnissen, insbesondere wenn es brennt auf der Arbeit) und mich zu kümmern soweit möglich. Außerdem setze ich Prioritäten wie 1x Home Office pro Woche, früher nach Hause kommen wenn Termine anstehen, spontan frei nehmen wenn Kinder und Frau krank sind etc – nicht viel, aber es kommt von Herzen 😉

    Insgesamt sehe ich das Problem der ungerechten Aufteilung der Familienarbeit natürlich. Man muss es mal so sehen: die Gesellschaft wertschätzt Familienarbeit nicht und sieht Kinder als „komisches Hobby, das man sich ja auch sparen könnte“ – das sind zumindest die ökonomischen Signale. Kein Wunder, dass Frauen dagegen aufbegehren, diesen Part weitgehend alleine machen zu müssen. Vielleicht hätte ich ja Probleme damit, wenn ich nicht „zufällig“ die männlichen Rollenanforderungen von vorgestern so gut erfüllen würde, aber ich stelle mir vor dass bei einer paritätischen Aufteilung aller Aufgabenbereiche manches leichter wäre.

  7. octodontidae

    Kurz, da gerade leider nicht so viel Zeit: Was ich in Diskussionen im eigenen und fremden Haushalt oft beobachte, dass wir noch in einer Art Übergangsphase hängen. Vätern begreiflich zu machen, dass sie Frauen die Arbeit mit Haus und Kind nicht ABnehmen, ist längst nicht überall angekommen. Auch engagierten, sich einbringenden Vätern nicht. Da heißt es eher „sag mir doch, wie ich dir helfen kann“ – dass es darum nicht geht, ist sehr schwer zu erklären und durchzusetzen. Da heißt es auch selbst in der Familie anzusetzen und Söhne so großzuziehen, dass sie diese Pflichten selbstverständlich als Teil des Teamworks ansehen. Siehe auch: https://vorstadtmaus.wordpress.com/2016/07/05/aufaugenhohe-auch-2016/

  8. Uli

    Ich habe den Eindruck als Mann darf man in bestimmten Online-Kreisen gar nicht mehr mitreden, wenn man nicht mindestens ein 50/50 Modell lebt. Alle anderen sind potentielle Rabenväter, unterdrücken ihre Frauen und sind nicht für ihre Kinder da.

    Dabei ist Vereinbarkeit auch bei einer Vollzeitstelle ein Thema, das geht ja schon bei der Arbeitszeit los. Arbeitet man real 40 oder 50+x Stunden pro Woche (das wichtige Projekt muss fertig werden, das Meeting hat so lange gedauert)? Bleibt man im Krankheitsfall mit Kind(ern) zuhause? Bringt oder holt man die Kinder abends/morgens zur Schule/Kindergarten/Krippe? Ist man Abends pünktlich zuhause oder verbringt man die halbe Woche auf Geschäftsreise?

    Ich sehe hier enorme Unterschiede und kämpfe immer wieder damit „nur“ 40 Stunden zu arbeiten und morgens und abends zuhause zu sein. Damit lässt sich aber kein Buch oder Blog füllen und ich bin es irgendwo leid geworden mich für unser Lebensmodell zu rechtfertigen. Ich frage lieber meine Frau und Tochter regelmäßig wie es ihnen geht und was sie sich wünschen, anstatt online mit Fremden zu diskutieren was sie sich so vorstellen.

  9. Little B.

    Bei uns war es ähnlich wie bei AlasKAgirl. Ich war ein Jahr zu Hause nach der Geburt – also wir beide. Dann bin ich peu à peu (50-75-90-100) wieder eingestiegen. Problematisch war, dass es bei uns erzwungen war. Es also gar nicht anders ging. Für mich war es ok, denn ich hätte auf jeden Fall nach einem Jahr wieder gearbeitet. Wenn der Kv hätte arbeiten können, wäre er sicherlich nicht zu Hause geblieben. Vermutlich auch nicht Teilzeit. Im Nachhinein fand er es für sich und das Kind gut, aber in seiner selbst wahrgenommenen Außenwirkung kam er sich sehr doof vor. Das spiegelte sich auch darin wider, dass er bestimmte Aufgaben im Haushalt nicht übernehmen wollte, weil sie „Frauenarbeit“ waren.
    Wenn er auch gearbeitet hätte, wäre ich vermutlich auf Teilzeit (also das, was in meinem Bereich TZ ist) geblieben.

    In meinem unmittelbaren Umfeld sind allerdings ganz viele Väter, die TZ oder so arbeiten, dass sie Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Mittlerweile muss ich mir auch immer die Telefonnummern der Väter notieren, damit ich Spieltermine für das Kind ausmachen kann. Da sind einige Mütter dabei, die beruflich sehr eingespannt sind.

    Auch beobachte ich am Kindergarten nebenan, dass unheimlich viele Väter ihre Kinder bringen bzw. abholen. Das ist sicherlich 50:50 verteilt.

    Ich denke oft, dass die Erwerbsarbeit ein Vorwand ist für Väter, sich nicht einzubringen. Denn meiner Meinung nach gibt es nur sehr wenige Berufe, in denen TZ nicht möglich ist. Es ist eine Frage des Wollens und der Selbstdefinition und -wahrnehmung. Viele haben wohl noch gelernt, sich über den Job zu definieren. Das kann man nur für sich selbst reflektieren und aufbrechen und dann muss man auch noch dafür einstehen – dem Chef, dem Umfeld, dem eigenen Vater oder wen auch immer gegenüber.

    Aber das ändert sich und ich kenne viele Väter (und Mütter), die sagen: Wenn ich mal auf dem Sterbebett liege, werde ich sicherlich nicht seufzen und sagen ‚ach, hätte ich mal mehr Zeit im Job verbracht‘.

  10. Ulrike Sosalla

    Mein Eindruck ist eigentlich genau umgekehrt. Medial, so mein subjektiver Eindruck, machen besorgte Väter inzwischen eine größere Welle als Mütter, was natürlich auch wieder daran liegt, dass die Probleme von (berufstätigen) Männern fast immer höher gewichtet werden als die von Frauen.
    Mein Lieblingsbeispiel ist das Buch „Geht alles gar nicht“ von Marc Brost und Heinrich Wefing. In meiner Filterblase und den Medien, die ich wahrnehme, wurde es deutlich mehr besprochen und kommentiert als vergleichbare Werke von Frauen, von denen es wahrlich einige gibt (und auch sehr gute). Prinzipiell finde ich es ja super, dass Männer jetzt auch feststellen, dass es schwierig bis unmöglich ist, gleichzeitig Karriere zu machen (jedenfalls bei dem derzeit vorherrschenden Immer-Überall-Bereit-Anspruch in den Firmen) und sich um seine Kinder zu kümmern. Und gerade die Väter, die wirklich Zeit für ihre Kinder haben wollen, sind für Frauen, die das neben dem Beruf auch wollen, in den Unternehmen dann auch starke Verbündete (weil auf Männer ja, siehe oben, eher jemand hört).
    Wen man tatsächlich wenig wahrnimmt in der öffentlichen Debatte, sind Männer, die sich hauptsächlich oder ganz überwiegend um die Kinder kümmern. Ich kenne mehrere davon, meinen eigenen eingeschlossen, aber die gehen damit nicht an die Öffentlichkeit. Was vermutlich auch wieder damit zu tun hat, dass Care-Arbeit im Hauptjob für Männer nicht imagefördernd ist. Leider.

  11. Leander

    Hi, ich finde diese Fragen sehr spannend. Ich bin seit drei Jahren Vater, gehöre aber zu einer erschreckenden Minderheit von gerade mal ca. 6% der Männer die mehr als 2 Monate Elternzeit nehmen und freiwillig weniger Arbeiten um mit ihren Kindern Zeit zu verbringen. Mir wurde mit Kündigung „gedroht“, wenn ich mehr als 2 Monate Elternzeit nehme (Habe dann gekündigt und einen neuen Job gefunden). Ich arbeite auf 3/5 Basis um genug Zeit für meine Kinder zu haben. (Was ja auch nicht immer anders geht, wenn die KiTa/KiGa nicht immer Ganztagsplätze hat, und einer dann aufhören müsste zu Arbeiten, dann aber das Geld zu knapp wäre) So viel man auch an Hilfe in diesem Land bekommt, wenn man Kinder bekommt – geregelte Elternzeit, Kindergeld etc… habe ich immer wieder das Gefühl, dass wir Beruflich/Finanziell „bestraft“ werden, dafür das wir Kinder haben (Und ich meine jetzt nicht nur die logischen Mehrkosten durch 2 weitere zu versorgende Menschen). Und wenn ich mitbekomme was alleinerziehende Eltern (Meistens ja Mütter) alles an den Kopf geworfen, und an Steinen in den Weg gelegt bekommen wird mir schlecht. Eltern, und ihre Kinder, sind angeblich so wichtig. Wenn es aber nicht klassisch aufgebaut ist ist auf einmal nicht mehr so „wertvoll“ für Gesellschaft und Politiker… gefühlt. Ich hoffe ich irre mich da, oder es ändert sich schnell.

  12. Sören

    Bei uns war es im Grunde wie bei vielen anderen Eltern: Eine/r verdient deutlich mehr als der/die andere, finanziell sind keine großen Ausfälle möglich, also geht der Besserverdiener baldmöglichst wieder arbeiten. Nur dass es halt meine Frau war. Beim ersten Kind Vollzeit inkl. Pendeln, da war ich 11 Monate in Elternzeit. Mit geringfügiger Beschäftigung nebenbei (gezwungenermaßen weitgehend am Wochenende), weil mir die Arbeit zum einen extrem viel Spass machte, zum anderen, um keinen Heimkoller zu kriegen.

    Beim zweiten Kind war ich 10 Monate in Elternzeit, weil ein bisschen mehr ging und meine Frau auch unbedingt länger zuhause bleiben wollte. Weiterhin mit geringfügiger Beschäftigung, diesmal etwas entspannter, weil die Frau auf 50% arbeitet, daneben aber noch ne Selbständigkeit unterhält.

    Vormittags bin ich bis – zum Kindergarten im Herbst – vormittags für Kind 2 zuständig, nachmittags arbeite ich manchmal, sonst sind wir beide für beide Kinder da. Absoluter Luxus, den wir halt mit gewissen Abstrichen beim „normalen“ Lebensstandard machen. Kein Auto, keine Urlaube, keine kostspieligen Hobbies etc.

    Für den Haushalt bin ich zu 90% zuständig. Kochen, einkaufen, putzen, waschen, das übliche. Die Kinder teilen wir uns tatsächlich weitgehend auf, aber eher nach persönlichen Neigungen und Abneigungen – die Frau kauft ganz klischeemäßig die Klamotten ein. Kinderärztin, Turnkurse etc. sind meisten meins.

    Soweit zur Disposition. Bei uns gab es die üblichen Sachzwänge wie bei den meisten anderen Familien auch. Aber auch mit mehr Optionen wäre es wohl ähnlich gewesen: Ich mehr zuhause, die Frau mit mehr Fokus auf die Arbeit. Ich brauche keinen Vollzeitjob für mein Ego, ich brauche keinen statusträchtigen Job für mein Prestige. Ich würde mit einer klassischen Vaterrolle – abends nach Hause kommen, halbe Stunde ins Bett bringen und Gute-Nacht-Geschichte vorlesen – kaputtgehen, dafür sind mir meine Kinder viel zu wichtig. Und ich habe auch nirgendwo Probleme, von meinem prekären Teilzeitjob zu berichten.

    Probleme? Sehr selten. Bisher bekommen wir alles gut hin, das Geld wird manchmal knapp, aber nicht zu sehr, und im Umfeld bin ich auch nicht der einzige Vater, dessen Frau die Hauptverdienerin ist. Unser Viertel hier ist aber auch eher so prenzlbergmäßig, hier fällt man auch mit dem Lastenrad inzwischen nicht mehr auf. Keine Anfeindungen.

    Nur im Pekipkurs fühlte ich mich als einziger Mann etwas seltsam, speziell, als es um körperliche Veränderungen seit der Geburt und ähnliches gehen sollte. Nuja.

  13. Sasa

    Für mich stellt sich diese Frage ganz klar zuerst den Müttern, denn Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit sind einfach Phasen, die nur die Frauen erleben, auch wenn die Männer sie dabei natürlich begleiten können.
    In der Schwangerschaft ist es den meisten Frauen noch möglich, normal zu arbeiten. Möchte man sein Kind aber stillen – und zwar nach Bedarf und womöglich auch noch mindestens 2 Jahre, wie es einerseits die WHO weltweit empfiehlt und andererseits auch dem natürlichen Stillbedürfnis des Kindes entspricht (das natürliche Abstillalter liegt zwischen 2 und 7 Jahren; Quelle: Studien Prof. Dettwyler), dann steht man in unserer Arbeitskultur mit meist getrenntem Arbeits- und Wohnort schnell vor einem unlösbaren Vereinbarkeitsproblem.

  14. Lunte Lustig

    Ganz ehrlich ich bin zwischen meinem Beruf der die Familie ernähren soll, den Anforderungen ein guter Freund, ein guter Liebhaber und Zuhörer zu sein, der bester Vater der Welt für unsere drei Kinder zu sein, dem Haushalt der zwischen drin noch organisiert werden muss so eingespannt das ich leider nicht ausführlich auf deine Fragen eingehen kann.

    1. Pia Ziefle Artikel Autor

      Diese Frau muss die glücklichste der Welt sein 🙂 – darf ich sie mal kennenlernen?

  15. @prokrastinix

    (1) Die Frage hängt aus meiner Sicht stark davon ab, wie die Beziehung zur Mutter (Partnerin) aussieht. Wenn die tatsächlich geichberechtigt ist, dann habe ich keinen Fall erlebt, in dem sich Väter „drücken“.
    (2) Siehe (1)
    (3) Vielleicht hatte ich einfach nur großes Glück, aber ich konnte sowohl meinen Arbeitsumfang als auch meine individuellen Arbeitszeiten und -orte sehr flexibel gestalten. Mein Eindruck (aus meinem persönlichen Umfeld) ist, dass es sicher Berufe gibt, in denen das schwierig bis unmöglich ist, dass es aber oft genug die eigenen Vorstellung der Väter von „angemessener Leistung“ ist, die ihnen da einen STrich durch die Rechnung macht.
    (4) Mit wenigen den unterschiedlichen Körpermerkmalen von Mann und Frau geschuldeten Ausnahmen bin ich überzeugt, dass beide, Mütter und Väter, eine Elternrolle einnehmen können, ohne in Geschlechterklischees zu verfallen. Ich persönlich sehe mich eher als Elternteil, denn als Vater. Also war ich derjenige, der nachts raus ist wenn die Kids krank waren, oder der (auch) nächtlicher Fütterrunden mit der Flasche absolviert hat. Und meine Frau war diejenige, die mit ihnen zusammen Karate gemacht hat und Latein gelernt. Also auch da, siehe (1), halte ich die Gleichberechtigung oder die gleiche Augenhöhe in der Beziehung für das Maß der Dinge.
    (5) Siehe unter (4). Vielleicht waren wir auch da in der glücklichen Rolle, dass beide Elternteile gleich gut verdient haben, dass beide gerne gearbeitet haben, aber nicht unbedingt Vollzeit. Andererseits war es aber wohl auch in der Generation meiner Eltern noch üblich, dass Männer ihrer Vaterrolle als ausreichend ausgelebt ansahen, wenn sie genügend Geld zur materiellen Absicherung verdienten. Und da hinein ist meine Generation sozialisiert worden. Vielleicht hatte ich auch da wiederum Glück, dass das schon bei meinen Eltern etwas anders aussah, auch wenn es dort die Verteilung Arbeitnehmer und Hausfrau/Mutter gab. Womit ich wieder bei (1) und der gleichen Augenhöhe ankomme.
    (6) Ich verstehe die Frage nicht.
    (7) Das ist im großen und ganzen schon in Ordnung so wie es ist.
    (8) Da fühle ich mich gerade überfragt.
    (9) Das hängt aus meiner Sicht sehr stark vom Alter der Kinder ab. Als die klein waren haben die einfach unser Leben gestaltet. Und es war einfach deutlich weniger frustrierend, wenn man als Erwachsener nicht auch noch eigene Vorstellungen entwickelt hat. Was die Rahmenbedingungen angeht (Vereinbarkeit Familie-Beruf), hatte und habe ich wohl schon relativ große Gestaltungsmöglichkeiten. Was positiv dazu beiträgt? Geld. So profan es klingen mag. Wenn man es „sich leisten kann“, weniger zu verdienen, dann kann man auch weniger arbeiten. Aus meiner Sicht. Wenn beide Partner gleichermaßen gut verdienen kann man sich abwechseln. Oder sich eine eine Kinderbetreuung leisten, so dass beide Zeit haben zu arbeiten, auch wenn unterm Strich dabei kein Mehrverdienst rausspringt. Usw.
    (10) Ich hoffe doch.

  16. Katja

    Liebe Pia,

    ohne die vielen und zweifellos sehr interessanten Antworten gelesen zu haben: Du sprichst mir aus der Seele, indem du in Frage stellst, wieso in der Öffentlichkeit bei der Frage der Vereinbarkeit praktisch ausschließlich von den Müttern geredet wird. Das stört mich schon lange und ist meines Erachtens ein Symptom für eines der Grundprobleme, nämlich dass eben das gesellschaftliche Denken die Kinderversorgung automatisch den Müttern zuschreibt. Solange dieser Automatismus da ist, kann das nichts werden.

    Zur Vaterrolle nur ganz kurz: Mein Mann ist so begeistert, Vater zu sein, dass er sich schon immer selbstverständlich an allem beteiligt hat (OK, ist auch leichter, wenn keiner von beiden einen strammen 9-to-5-Bürojob hat). Manchmal glaube ich, er macht mehr als ich!

    Übrigens, was die Sache mit dem Stillen angeht: Als mein Mann mit unserem Baby (lang ist’s her) in der Pekip-Gruppe war, war noch ein anderer Vater mit Kind dabei. Dessen Frau war Hauptverdienerin und stillte, er kümmerte sich Vollzeit ums Kind und brachte es zu den Stillzeiten immer im Büro vorbei. Fand ich klasse.

    Und noch was, was mich in der Diskussion immer wieder gewaltig stört (ist allerdings ein ganz anderes Thema): Wenn wieder mal irgendwelche behördlichen Wohltaten für „berufstätige Mütter“ ersonnen werden, dann sind nicht „berufstätige Mütter“ gemeint, sondern „angestellte Mütter“. Selbstständige Mütter sind zwar ebenfalls berufstätig, aber niemals gemeint. Die können sehen, wo sie bleiben.

    Katja

    1. Sören

      Den Stillexpress kenn ich auch noch – Ging leider nur bei Kind 2, weil bei die Mutter bei Kind 1 noch pendeln musste.

  17. Katja

    Ach ja, danke, Pia! Endlich fällt das mal jemandem auf!

    Wobei ich die so harsche Kritik an Schwesigs Vorschlag auch etwas unfair finde: Das Modell mag nicht praxistauglich sein und nicht das leisten, was man sich wünscht (die Ministerin bestimmt eingeschlossen), aber schuld daran sind doch vor allem Bedingungen, an denen man per Dekret nichts ändern kann, allen voran die Unflexibilität in deutschen Unternehmen und der Ansehensverlust, wenn Väter ihre Kinder dem Job vorziehen.

  18. Rainer

    (1)) Ja. Die Frage ist, ob als Kapitän oder Ruderer. 😉 In meinem Fall bin ich heftig am Rudern.

    (2) Doch, man darf einsteigen, muss es sogar.

    (3) Nein. Erwerbsarbeit ist zeitlich begrenzt und man kann sich so organisieren, dass man trotzdem Zeit für das Vater-Sein hat.

    (4) Der Mensch der die Kinder eigentlich viel zuwenig sieht trotz gut organisierter Erwerbsarbeit und der trotzdem immer für die Kinder da sein will.

    (5) In meinem Fall (sehr speziell, 2 Kinder, eines davon behindert, Mutter behindert) bin ich der Hausmann und das Mädchen für alles (Einkaufen, Hausarbeit etc.)

    (6) Der Spielkamerad oder derjenige den man um Geld anhauen kann wenn man mal wieder pleite ist. 😉

    (7) a) gar nicht, so weit denkt man da gar nicht
    b) Uff ist das stressig
    c) Mühsam, sehr mühsam.

    (8) Lange Diskussionen mit den Kindern um Zukunft, Werte usw. Manchmal bis spät in die Nacht. Und immer hoffend, dass die Hoffnung wirklich zuletzt stirbt.

    (9) Gleitzeit ist gut für Väter.

    (10) Möglicherweise. 😉 Nix genaues weiß man nicht.

  19. Mom the Brave

    Für unseren Fall, der nicht absolut unexemplarisch scheint:
    (1) Steigen Väter tatsächlich nicht mit ins Eltern-Boot?
    Nominell bei uns schon. Er war Vater, was den Status auf der Arbeit enorm steigerte, sozial. Das Kindergeld musste auf sein Konto fließen, weil es gut ist, wenn alle damit befassten sehen, dass er Vater ist. Ansonsten war er eher nie, also nie-nie-nie da. Keine Zeit, passt gerade nicht, andere Dinge. Aber: mein Gott, er war Vater. Das reicht ja wohl?!
    (2) Lassen Mütter Väter nicht mit einsteigen?
    Stillen konnte er wirklich nicht, nachts schlief er zu fest, tagsüber war er nicht da und abends oder am Wochenende musste er sich ausruhen. Er hätte gerne(!!!) gewollt, wenn ich Mutter ihn bloß mal gelassen hätte.
    (3) Ist es die Erwerbsarbeit, die Vätern schwer bis unmöglich macht, Vater zu sein?
    Ja, weil: nimmt er Kind-krank-Tage, hat ER weniger Geld. Reduziert er Stunden im Job, hat ER weniger Geld.
    Es interessiert ihn auch nicht, was SIE macht, wenn sie in Elternzeit noch weniger oder gar nichts oder wie wenig auch immer verdient. Ist doch IHR Problem. Hauptsache ER verdient sein volles Geld für SICH. Und daran ist nur(!) der Job Schuld.
    (4) Wie sehen Väter sich selbst in ihrer Rolle als Vater?
    Als Vater. Das reicht doch. Muss man(n) da etwa noch was tun?! Gezeugt. Vater. So effizient.
    Muss man anerkennen.
    (5) Wo sehen Väter ihren Beitrag zur Familie?
    Im Vatersein. Gezeugt. Vater. Siehe Nr. 4.
    (6) Wo sehen sie ihre Beziehung zum Kind?
    Super. Weil er der Vater ist. Jedes Kind braucht einen Vater. Und hat ja Gott sei Dank nur einen, nämlich zum Glück ihn. Kind, was brauchst du mehr zu deinem Glück?
    (7) Wie stellen sich Männer Familie vor, wenn sie a) noch keine haben, b) eine haben, und c) ihre eigene sich anders wünschen?
    Genauso, wie in Nr. 1 – 6 beschrieben. Läuft spitze!
    (8) Was tragen Väter dazu bei, dass sich ihre Vorstellungen erfüllen?
    Vater sein eben. Gezeugt. Vater. Fertig. Mehr muss gar nicht.
    (9) Wie stark empfinden Väter Gestaltungsmöglichkeiten in ihrem (Vater-)Leben – und was trägt positiv dazu bei?
    Wenn Mütter sie nicht ständig abhalten würden, siehe oben, wäre es vielleicht noch schöner. Aber es läuft so ja auch schon bestens.
    Vater ist man, ohne wenn und aber. Fehlt ja nichts.

    Disclaimer: nach bestem Gewissen im Sinne des Vaters meiner drei Kinder beantwortet. Wir sind seit Jahren geschieden. Also ich. Von diesem Helden.

    1. Toc6

      “ Wir sind seit Jahren geschieden. “
      Zum Glück, wenn ich den Text drüber so lese. Hast Du Dich verwählt? Mehr Glück beim nächsten Mal wünsche ich, es gibt auch andere Typen als solche.

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  22. Toc6

    Ich selbst habe keine Kinder. (Es gibt Dinge, die kann ein Mann nicht alleine tun.)
    Ich seh’s differenziert. Ich habe auch schon Frauen für mich seltsame Dinge gehört. Zum Beispiel: „Wieso arbeitest du Teilzeit, als Mann?“ oder „Wenn ich keinen Bock mehr auf den Job hab, werde ich eben schwanger.“ Da gibt’s einen kunterbunten Mix an Themen. Nachdem nun die Rollen ja zumindest im eher akademisch geprägten Umfeld aufgeweicht sind und Orientierungslosigkeit vorherrscht… nie war der die Grönemeyer-Frage „Wann ist ein Mann ein Mann?“ aktueller… habe ich Freunde, bei denen der Mann wesentlich weniger arbeitet und Geld bekommt und daher die Frau Elternzeit nimmt (weil es sonst finanziell ein Problem wird), da gibt es aber dann durchaus auch Ansichten im weiteren Familienumfeld, dass das sich für einen Mann ja nicht gehöre, so wenig zu arbeiten. Gleichzeitig gibt es mich selbst, von dem viele Frauen sagen, sie könnten sich mich prima als Papa vorstellen, aber so ein tolles Papatier ist nicht das, was Frau für eine Beziehung haben möchte. Und ja, außerhalb vom akademischen Umfeld kenne ich auch Frauen, die weniger Bildungsstand haben und ihren Mann dafür anhimmeln wollen, dass er die Kohle heimbringt. (Die dann auch durchdrehen, wenn ihr kleiner Bub nen rosa Kinderschlafsack geschenkt bekommt, Randbemerkung.)

    Deine Fragen kann ich nicht beantworten. Aber, was ich wohl mal so abschließend bemerken möchte: Eventuell sind diese Fragen, bzw. die Antworten darauf, sehr sehr stark milieu-abhängig.

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