Feiertagsgedanke über Zahlen

Zahlen beschäftigen mich schon immer. Ich gehöre zu den Menschen, die sich eher das Autokennzeichen merken können als den Namen, ja, inklusive der Zahlen. Ich kann sogar meine Sozialversicherungsnummer auswendig. Die ich 1990 bekommen habe.
Ich weiß noch sämtliche Telefonnummern meiner Kindheit, sogar die Postleitzahlen.
Allerdings nur die von vor Rolf. Die vierstelligen. Bei den fünfstelligen gab es Nachschlagewerke und ich habe sie nie wieder als so wichtig erachtet, sie in meinem Kopf zu verankern.

Ebenso ist es mit Geld.
Ich weiß noch, was ich im ersten Lehrjahr 1996 verdient habe, nämlich so in etwa 1100. Eintausendeinhundert. D-Mark.
Später habe ich mir in meiner ersten Freiberuflichkeit 1000 ausgezahlt. D-Mark.
Meine gesamte Prägung auf Zahlen und auf Geld erfolgte zu D-Mark-Zeiten.
Das geht aber nicht nur mir so, und wenn ich die politische Landschaft so ansehe da draußen, und das Unzufriedenheitsgefühl, dann denke ich mir manchmal, ob nicht ein ganz erheblicher Teil des Gefühles, auf der Stelle zu treten und niemals auch nur im Ansatz vorwärts zu kommen darin begründet liegt: dass man immer noch nur dieselbe Zahl – Ziffernfolge – auf dem Konto hat wie früher. Immer noch 1100. Zwar in Euro, was theoretisch doppelt so viel wert sein müsste wie derselbe Betrag in D-Mark, aber das fühlt sich rein gar nicht so an.

Außerdem kommt die Kaufkraft dazu, und das Gefühl, dass die Meilensteine im Leben, der Führerschein und das erste Auto beispielsweise, genauso viel kosten wie früher, nämlich 2000.
Damals allerdings D-Mark und heute Euro.

Ich weiß noch, dass es damals 640-D-Mark Jobs gab, und ich finde immer noch, sie hören sich besser bezahlt an als die 450-Euro-Jobs heute, und die Hartz4-Sätze sind für D-Mark geprägte Ohren quasi ein Witz.

Wie geht es Euch damit? Ist das mein privater Spleen?
Oder betrifft es nur uns in der Mitte, die wir mit dem einen erwachsen geworden sind und dann den Wechsel hatten?
Wie ist das mit Euch, die Ihr im Osten gelebt habt, mit der Mark?

Das interessiert mich heute, Voliere frei!

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